Eine Familiendynastie schreibt Fotogeschichte

von redaktion

Während eines Jahrhunderts fotografierte die Familie Zbinden das Geschehen in Schwarzenburg, einer kleinen Gemeinde bei Bern. ​​​​​​​Drei Generationen fotografierten in dieser Region Einzelpersonen, Gruppen oder Schulklassen, dokumentierten Aktualitäten und hielten den Wandel des Alltagslebens in Bildern fest.

Gegründet hat das Familienunternehmen Rudolf Zbinden um das Jahr 1916. Er verstarb sehr jung, deswegen übernahm sein Bruder Robert das Geschäft „Photo Zbinden“. Zu dieser Zeit beinhaltete die Arbeit des Fotografen ganz andere Aspekte als heute. Man holte den Fotografen immer dann, wenn im Dorf etwas los war, an Volksfesten, an Hochzeiten, aber auch bei Unglücks- und Kriminalfällen war er dem Dorfpolizisten ein unverzichtbare Hilfe.
1975 übergab Robert seinen beiden Kindern Ruth Clalüna Zbinden und Peter Zbinden das Unternehmen. Das Geschwisterpaar führte das Geschäft bis Ende 2015. Sie fokussierten sich auf Porträts, Gruppen- und Familienbilder, Akt- und Paaraufnahmen, da die Pressefotografie sich um Aktualitäten kümmerte.

Dokumentation über 100 Jahre

Von 1916 bis 2016 sind rund eine halbe Million Bilder, beziehungsweise Glasplatten und Negative entstanden. Photo Zbinden haben damit ein beispielhaftes Vermächtnis zur Zeitgeschichte einer Region und zur Fotogeschichte der Schweiz geleistet. Gleichzeitig erzählen die Bilder auch die Veränderung und die Geschichte der Fotografie. Die Bedürfnisse und Wünsche der Porträtierten haben sich im Laufe der Zeit stark verändert, sowie auch die Kreativität und der Inszenierungsstil der Fotografinnen und Fotografen.

Demnächst wird das gesamte Bildmaterial dem Staatsarchiv Bern übergeben, nachdem es an verschiedenen Ausstellungen gezeigt wurde und ein Bildbandexterner Link erschienen ist. 

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