Als die Schweiz auf Abstand ging

von redaktion

Als der Zweite Weltkrieg vor 75 Jahren zu Ende ging, lagen Europa und weite Teile der Welt in Trümmern, die Schweiz aber stand verhältnismässig gut da. Der Historiker Jakob Tanner über die Nachkriegszeit und die langen Folgen für das Verhältnis zu Europa. swissinfo.ch: Über fünfzig Millionen Tote, zerbombte Städte, zerstörte Landschaften, brach liegende Wirtschaften, Flucht und Vertreibung in globalem Ausmass: 1945 lagen ganze Länder in Schutt und Asche. Wie hat die Schweiz das Kriegsende erlebt? Jakob Tanner: Es herrschte Erleichterung, überall läuteten die Kirchenglocken. Die Gesellschaft befand sich in einem Schwebezustand. Man wusste ja nicht, was nun kommen wird. Wirtschaftlich stach die Schweiz mit einer intakten Bausubstanz und einer leistungsfähigen Industrie hervor. Gleichzeitig war die Stimmung polarisiert – seit der Kriegsmitte nahmen die Arbeitskämpfe zu und es begann das Ringen um die Zukunft. Insgesamt war das Kriegsende durch eine grosse Offenheit geprägt. …

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