Die Schweiz als Ausschluss-Demokratie

von redaktion

Katholiken, Juden, Atheisten und andere „Gottlose“, Arme, Raufer, Straftäter, Herumtreiber, Zwangsversorgte – die Liste ist noch länger: In der jungen Demokratie Schweiz des 19. Jahrhunderts waren neben den Frauen ganze konfessionelle Gruppen und viele sozial Schwache ausgeschlossen. Ihre Integration dauerte Generationen. Seit der Gründung des modernen Bundesstaats 1848 wird der Kreis der Stimmberechtigten in der Schweiz stetig grösser. Aber dem stand lange einiges im Wege: Mit hoher Energie und eiskaltem Kalkül verweigerten zu Beginn die bürgerlichen Machteliten beim Bund und in den Kantonen ihren politischen Gegnern das Stimm- und Wahlrecht. Die Integration von zahlreichen ausgeschlossenen Gruppen verschleppten sie mit einiger Kreativität und viel Ausdauer. Den Klassenfeind im Visier Der Ausschluss zielte auf die Katholisch-Konservativen und auf die armen Schlucker. Mit letzteren zielten die Bürgerlichen auf die Sozialdemokratische Partei (SP), die 1888 gegründet wurde und…

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