E-Bike-Boom im Tessin

von redaktion

Corona bringt neuen Schwung in die ewige Stau- und ÖV-Debatte im Tessin: Nach dem Lockdown wollten plötzlich viele Tessinerinnen und Tessiner ein E-Bike haben – auch weil dann das Problem mit dem Sicherheitsabstand von alleine gelöst ist.


Nora Hesse

Enrique Sanz Prati galt vor dem Lockdown noch als Exot im Tessin. Jetzt hingegen ist er der Mann der Stunde: Mit Godspeed führt er einen der wenigen E-Bike Shops im Südkanton. Hier, wo noch früher alle auf ihre altbewährte „macchina“ setzten, findet jetzt ein Umdenken statt.

„Nach dem Lockdown habe ich plötzlich das doppelte an E-Bikes verkauft“, sagt der gebürtige Kolumbianer. „Ich glaube, vielen ist während dem Lockdown die Stille der Natur viel bewusster geworden. Das führt dazu, dass sie nicht mehr mit ihren Autos oder Motorrädern jeden Tag im Stau stehen wollen, sondern mit dem Bike umweltbewusster und schneller vorankommen wollen. Zudem ist man auf dem E-Bike an der frischen Luft und riskiert nicht, sich wie im ÖV mit dem Coronavirus anstecken zu können.“

Enrique verkauft hauptsächlich E-Bikes aus Deutschland. „Zum Glück gab es keine Engpässe, wir hatten genug vorbestellt.“ Würde es nach ihm gehen, müsste man schon den nächsten Schritt angehen: bessere Velobahnen in den noch von Autos dominierten Strassen des Tessins. Kommt Zeit, kommt Rad.

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