Schweizer Zucker AG mit Gewinn dank besserem Zuckerpreis

von redaktion

Die Schweizer Zucker AG schreibt in ihrem Geschäftsjahr 2022/23 einen Gewinn von CHF 4.5 Mio.

Dieses Ergebnis wurde möglich, weil die Zuckerpreise gestiegen und die Energiekosten im gleichen Zeitraum gesunken sind. Seit langem kann damit wieder eine Dividende zur Ausschüttung beantragt werden. Aus 1.67 Mio. Tonnen Rüben konnten in der Kampagne 2022 rund 226’000 Tonnen Zucker gewonnen werden – rund 15‘000 Tonnen mehr als 2021. Die grossen Herausforderungen an verschiedenen Fronten bleiben jedoch.

Dank der auf hohem Niveau stabilen Verkaufsmenge und insbesondere aufgrund der gestiegenen Zuckerpreise erhöhte sich der Umsatz auf CHF 285.0 Mio. (Vorjahr CHF 221.5 Mio.). Das Rübengeld erhöhte sich wegen der grösseren Rübenmenge und den höheren Rübenpreisen auf CHF 87.1 Mio. (Vorjahr CHF 74.4 Mio.). Die höheren Zuckerpreise wurden zu einem grossen Teil von beträchtlichen Mehrkosten bei Energie, Frachten und sonstige Aufwendungen absorbiert. Trotz diesen deutlich höheren Kosten konnte der Unternehmensgewinn auf CHF 4.5 Mio. (Vorjahr CHF 0.4 Mio.) gesteigert werden.
Ebenso wurde ein höherer Cashflow von CHF 25.2 Mio. (Vorjahr CHF 17.4 Mio.) erzielt. Die hohen Zuckerpreise sind erfreulich, aber auch mit Vorsicht zu geniessen. Aufgrund der guten Ernte 2023 und Importen aus der Ukraine besteht aktuell ein Überangebot in der EU. Das hat bereits zu Preissenkungen und auch einem höheren Importdruck in die Schweiz geführt. Die Volatilität ist gross, weil neben der Angebotssituation auch die langfristige Entwicklung der Kosten auf dem Energie- und Logistikmarkt schwierig einzuschätzen ist.

Lange Kampagne – tiefer Zuckergehalt
In einer überdurchschnittlich langen Kampagne wurden schliesslich 1.67 Mio. Tonnen Rüben verarbeitet, eine Menge die letztmals 2019 ähnlich hoch war. Daraus konnten 226’000 Tonnen Zucker gewonnen werden. Trotz guter Ernte kämpften die Landwirte auch 2022 mit den bekannten Krankheiten und Schädlingen. Gefordert wurden die Mitarbeitenden der Fabriken schliesslich durch die Rübenqualitäten. Tiefe Zucker- und hohe Stickstoffgehalte, grosse Qualitätsunterschiede, faule und zuletzt gefrorene und wieder aufgetaute Rüben erschwerten die Arbeit. Der durchschnittliche Ertrag bei den konventionellen Rüben Schweiz lag bei 86 Tonnen Rüben und 15.1% Zuckergehalt, respektive einem bereinigten Zuckerertrag (BZE) von 11.3 Tonnen pro Hektare. Trotz der tiefen Zuckergehalte wurden somit zumindest durchschnittliche Zuckererträge pro Hektare erreicht, das war letztmals 2019 der Fall.

Mehr Fläche, mehr Nachhaltigkeit und politischen Rückhalt
Beim langjährig grössten Risiko, der mangelnden Anbaufläche, zeichnet sich langsam eine Entspannung ab. Mit 16’500 Hektaren konnte erstmals seit Jahren wieder ein Zuwachs in der Schweiz verzeichnet werden. Wenn auch der Zuwachs nicht enorm ist, so lässt er positiv in die Zukunft schauen. Die hohen Zuckerpreise und in der Folge auch die erhöhten Rübenpreise scheinen bei den Pflanzerinnen und Pflanzern angekommen zu sein. Ebenfalls dazu beigetragen haben die bis 2026 geltenden, politischen Rahmenbedingen. Sie sind eine wichtige Stütze und geben den Landwirten Planungssicherheit. Für die Zeit nach 2026 gilt es nun, für die gesamte Branche adäquate Nachfolgelösungen zu finden. Die beiden Kantone Thurgau und Bern haben dazu mit ihren Standesinitiativen bereits den Startschuss gegeben.

Immer wichtiger wird das nachhaltige Handeln in allen Unternehmensbereichen. Mit den bereits umgesetzten Massnahmen, wie den Holzkraftwerken in Frauenfeld und Aarberg ist die Schweizer Zucker AG auf gutem Wege, aber lange noch nicht am Ziel. Im neuen Geschäftsjahr wird deshalb verstärkt auf die nachhaltige Ausrichtung Gewicht gelegt und an einer übergeordneten Nachhaltigkeits-Strategie gearbeitet. So investiert die SZU rund CHF 20 Mio. in einen Niedertemperaturtrockner für Rübenschnitzel im Werk Frauenfeld. Allein mit diesem Schritt wird die Schweizer Zucker AG über 10% fossile Energie einsparen können.

Quelle:
Schweizer Zucker AG
zucker.ch

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